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Instagram – Fluch und Segen zugleich!

  • Julie
  • 21. Juli 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Zwei Frauen im Jacuzzi eines Boutique-Gästehauses – persönliche Erfahrungen mit Instagram in der Hotellerie und ein Aufruf zu mehr Achtsamkeit im Netz.

Soziale Netzwerke wie Instagram gehören für viele Unternehmerinnen inzwischen zum Alltag – auch für mich als Gastgeberin eines kleinen, feinen Gästehauses im Elsass. Instagram soll dabei vor allem eines sein: ein kostenloser Werbekanal für meine vier liebevoll gestalteten Zimmer. Doch zwischen inspirierenden Fotos und Reichweite lauern auch Schattenseiten, über die ich in diesem Beitrag offen sprechen möchte.


Sichtbarkeit ja – aber zu welchem Preis?


Ich habe eine Schulung zum Thema Social Media besucht, um meine Online-Präsenz zu verbessern. Der wichtigste Tipp: „Zeig dich mehr – die Menschen wollen DICH sehen.“ Das klang erstmal logisch. Schließlich kaufen viele Gäste nicht nur ein Zimmer, sondern auch das Lebensgefühl, das ich hier mit meinem Gästehaus vermittle: Ruhe, Natur, Design, Zeit für sich.

Doch ganz ehrlich: Ich will mich nicht „verkaufen“. Ich möchte meine Zimmer zeigen – nicht mich selbst. Trotzdem merke ich, dass Beiträge mit meinem Gesicht deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen als reine Interior-Bilder. Und das ist ein Dilemma.


Wenn Sichtbarkeit Grenzen überschreitet


Besonders schwierig wird es, wenn ich Videos von mir poste. Ich mache das ohnehin nicht gern – und werde dann leider oft mit Kommentaren konfrontiert, die einfach nur unangenehm sind. Viele davon kommen von Männern, teils verheiratet, teils mit Kindern, und sie überschreiten deutlich die Grenzen des Respekts. Sexistische Bemerkungen oder zweideutige Nachrichten – oft mitten in der Nacht – sind dabei leider keine Seltenheit.

Ich frage mich dann oft: Was vermittelt Instagram eigentlich? Es scheint, als würde jede:r Follower glauben, Teil meines Lebens zu sein – als wären persönliche Grenzen aufgehoben. Die Plattform suggeriert Nähe, wo keine ist. Und das macht sie problematisch.


Instagram achtsam nutzen – ein Appell


Trotz aller Kritik nutze ich Instagram weiterhin – als Inspirationsquelle, als Werbefläche, als digitales Schaufenster für mein Gästehaus. Aber ich möchte auf einen bewussteren und respektvolleren Umgang mit diesen Plattformen hinweisen:


  • Hinter jedem Account steckt ein Mensch – mit Gefühlen, Grenzen und einem Recht auf Privatsphäre.

  • Likes sind kein Maßstab für Wert oder Erfolg.

  • Sichtbarkeit darf nicht mit Verfügbarkeit verwechselt werden.


Ich wünsche mir, dass wir alle – ob Creator/innen oder Konsument/innen – achtsamer mit Social Media umgehen. Dass wir die Chancen nutzen, aber die Risiken nicht ignorieren. Und dass wir wieder mehr Wert auf echten, respektvollen Austausch legen – online wie offline.


Gleichzeitig möchte ich darauf aufmerksam machen, wie viel ein kleines Zeichen der Unterstützung bedeuten kann. Ein Like oder ein Teilen meines Beitrags kostet nichts – und ist dennoch unbezahlbar für kleine Unternehmen wie meines. Gerade in der Hotellerie zählt Sichtbarkeit. Wenn dir also gefällt, was ich mache, freue ich mich von Herzen über jeden einzelnen Like oder Share.


Ein riesengroßes Dankeschön an all jene, die das schon getan haben – ihr helft mir damit mehr, als ihr vielleicht denkt.


Deine Julie


Gastgeberin mit Herz und Haltung

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© Julie Büchert

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